Psychotherapeutische Privatpraxis

In der PITT wird über das Medium einer hilfreichen Beziehung vor allem die Selbstbeziehung betont und mittels Imagination angeregt, diese neu zu gestalten und seelische Wunden damit einer Heilung zuzuführen.
Dabei ist die Beachtung des Übertragungs- Gegenübertragungsgeschehens von zentraler Bedeutung. Dies wird dann allerdings eher dazu genutzt, die Patientin zu einem veränderten imaginativen Umgang mit sich selbst anzuregen, was nicht bedeutet, dass wir auf das Mittel der Deutung gänzlich verzichten. Mitgefühl und Trost aber auch Anerkenntnis des geschehenen Unrechts werden im Umgang des erwachsenen Selbst mit den jüngeren Teilen stark betont.

....
Zentral ist das Konzept der "inneren Bühne", die zu einem gemeinsamen imaginären Raum wird, auf dem die Patientin, ggf. angeregt und unterstützt durch die Therapeutin "spielen" kann. Dadurch wird sie wieder handlungsfähiger.
Es ist erstaunlich, wie viel Menschen können, wenn man es ihnen nur zutraut. Zur PITT gehört auch die "Imagination", dass sehr viele Patientinnen und Patienten trotz großer Beschädigungen viel, viel mehr sind als diese Beschädigungen und über selbstregulative Kräfte verfügen. Allerdings liegt es in der Hand der Therapeutin, diese zu fördern oder mehr oder weniger zum Versiegen zu bringen. "Beidäugiges Sehen" (Fürstenau, 2002), d.h. das Wahrnehmen der Stärken und der Probleme ist daher ein Grundsatz von PITT. Das bedeutet Übernahme von Hilfs-Ichfunktionen eher i.S. von Ermutigung, die eigenen selbstregulativen Kräfte aufzuspüren und zu nutzen, statt direktes Eingreifen (wenn dies aber unumgänglich ist, geschieht es).

....
Die Ebene der Imagination ist sehr geeignet, den Körper in die therapeutische Arbeit mit einzubeziehen, ohne dass der Körper berührt werden muss, was ja für Menschen, die in zwischenmenschlichen Beziehungen traumatisiert wurden, oft ein Problem darstellen würde. Andererseits ist der Körper der Ort der Traumatisierung.
Achtsames Wahrnehmen des Körpers und der Körperbedürfnisse wird daher fortwährend angeregt, die Auswirkungen von Vorstellungen auf den Körper und sein Befinden sind unmittelbar wahrnehmbar und helfen der Patientin, sich bewusst und aktiv auf funktionalere und heilsamere Vorstellungen einzulassen.

Quelle: Luise Reddemann